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SUBSTITUTIONSVERSORGUNG

Unter Substitutionsversorgung wird die Versorgung von Patienten im Rahmen einer Entzugstherapie durch Arztpraxen, Ambulanzen und anderen Abgabestellen verstanden, bei der Betäubungsmittel wie Methadon, Levomethadon, Buprenorphin oder Morphin durch eine Apotheke geliefert werden.

Die Zahl der Substitutionspatienten in Deutschland wird je nach Quelle zwischen 80.000 und 135.000 Patienten angegeben. Die geografische Verteilung dieser Patienten und dem folgend die Verteilung der betreuenden Ärzte und der versorgenden Apotheken ist sehr unterschiedlich. Es zeigt sich eine Konzentration auf Großstädte und Ballungsgebiete im ehemaligen Westdeutschland und Berlin.

Es besteht grundsätzlich ein Mangel sowohl an Ärzten als auch an Apotheken, die sich der Versorgung von Substitutionspatienten annehmen. Dies liegt unter anderem an der geringen und je nach Krankenkasse unterschiedlichen Vergütung der Versorgung dieser Patientengruppe. Die Vergütung der Substitutionsversorgung ist nicht bundeseinheitlich, sondern landesindividuell geregelt. So gibt es zum Beispiel in Baden-Württemberg eine gesonderte Vergütung der Sichtvergabe in der Apotheke. In Hessen erhalten Ärzte bei der Verschreibung von sogenannten Take-Home-Versorgungen eine zusätzliche Vergütung. Aber auch die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sind in Deutschland sehr unterschiedlich. So wird zum Beispiel in Hamburg die Substitutionstherapie fast ausschließlich im Rahmen einer täglichen Vergabe über Apotheken durchgeführt.

Die Substitutionsversorgung ist ein apothekerlicher Versorgungsbereich, in dem die individuelle Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke vor Ort einen deutlichen Schwerpunkt bildet. So stellen die deutschen Substitutions-Apotheken jedes Jahr etwa 3 Mio. Methadon- und Levomethadon-Rezepturen her. Eine weitere ungewöhnliche Versorgungsform ist das Auseinzeln von Teilen von Blistern von Fertigarzneimittelpackungen zur Versorgung von Patienten mit individuellen Wochendosierungen.

Ein erheblicher Aufwand der Substitutionsversorgung besteht in der Dokumentation der Betäubungsmittel.

Zur optimalen Versorgung von Substitutionspatienten ist eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Arzt/Praxis und Apotheke notwendig. Es kommt häufig zur Änderungen von Verschreibungen. Auch die Versorgung an Wochenenden und Feiertagen bedarf einer engen Abstimmung. Leider ist bei der Substitutionsversorgung bisher nicht, wie beispielsweise bei der sterilen onkologischen Versorgung, eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker gesetzlich vorgesehen und ausdrücklich legitimiert.

Die BVKA-Fachgruppe Substitutionsversorgung

Die Fachgruppe „Substitutionsversorgung“ ist eine Expertenrunde innerhalb des BVKA, die sich im Aufbau befindet. Sie soll in Zukunft die etwa 500 Apotheken in Deutschland vertreten, die einen Schwerpunkt in der Substitutionsversorgung haben. Sie wird sich initial bei der BVKA-Tagung am 11. & 12.05.2016 in Mainz treffen.

Um die Versorgung von Substitutionspatienten langfristig sicherzustellen, gibt es einen deutlichen Bedarf an gesetzlichen Veränderungen. Daher richtet die Fachgruppe „Substitutionsversorgung“ folgende Forderungen an den Gesetzgeber und die die zuständigen Ministerien und Behörden auf Bundes- und Landesebene:

Forderungen der Fachgruppe Substitutionsversorgung BVKA